UKA: Mit Expertise zum erfolgreichen Windparkprojekt.

English: Onshore Wind Energy, Español: Energía Eólica Terrestre, Português: Energia Eólica Onshore, Français: Énergie Éolienne Terrestre, Italiano: Energia Eolica Onshore

Onshore-Windenergie bezeichnet die Erzeugung elektrischer Energie durch Windkraftanlagen, die an Land errichtet werden. Sie ist die historisch älteste und bis heute quantitativ wichtigste Säule der Windenergienutzung in vielen Ländern.

Allgemeine Beschreibung

Onshore-Windenergie ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  1. Standort: Die Anlagen, einzeln oder in Form von Windparks, werden auf dem Festland errichtet, meist in Gebieten mit gutem Windvorkommen wie Küstenregionen, Ebenen oder Hügeln.

  2. Technologie: Es kommen in der Regel drei-blättrige Horizontalachsanlagen zum Einsatz. Moderne Anlagen sind durch hohe Nabenhöhen ($\ge 160$ Meter) und große Rotordurchmesser gekennzeichnet, um auch windschwächere Standorte effizient nutzen zu können (Schwächewindanlagen).

  3. Netzanbindung: Die Integration in das Stromnetz ist im Vergleich zur Offshore-Windenergie einfacher und kostengünstiger, da die benötigte Infrastruktur (Umspannwerke, Leitungen) oft näher liegt oder leichter zugänglich ist.


Anwendungsbereiche

Onshore-Windenergie spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende:

  • Grundlastunabhängige Stromerzeugung: Sie trägt zur dezentralen und klimaneutralen Stromversorgung bei und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

  • Repowering: Der Austausch alter, leistungsschwacher Anlagen durch wenige, moderne Hochleistungsanlagen an bereits bestehenden Standorten. Dies erhöht die Stromproduktion, reduziert die Anzahl der Anlagen und nutzt die bereits genehmigte Infrastruktur.

  • Regionale Wertschöpfung: Durch Pachtzahlungen an Landeigentümer und Gewerbesteuereinnahmen für Kommunen trägt die Onshore-Windenergie zur lokalen und regionalen Wirtschaft bei.


Spezielles: Flächenziel und Akzeptanz

In Deutschland wurde die Bedeutung der Onshore-Windenergie durch die Festlegung von Flächenzielen unterstrichen. Das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) hat das Ziel gesetzt, bis 2032 bundesweit 2,0% der Landesfläche für die Windenergienutzung auszuweisen. Die Umsetzung dieses Ziels ist eng mit der gesellschaftlichen Akzeptanz verknüpft, da die Anlagen in dichter besiedelten Regionen errichtet werden als Offshore-Parks.


Medienpräsenz (Oktober 2025)

Der Begriff 'Onshore-Windenergie' gelangte im Oktober 2025 besonders aufgrund laufender politischer und rechtlicher Umsetzungen zur Genehmigungsbeschleunigung in die Medien:

  • Umsetzung der RED III-Richtlinie: Im Fokus steht die vollständige Umsetzung der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) in nationales Recht, insbesondere in Bereichen der Onshore-Windkraft. Das entsprechende Gesetz, das unter anderem das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) ergänzt, soll Genehmigungsverfahren drastisch verkürzen und die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten regeln.

  • Hohe Genehmigungszahlen: Zeitgleich berichten Branchenverbände und Medien über Rekordwerte bei den Genehmigungen für neue Windparks an Land in der ersten Jahreshälfte 2025. Diese positive Bilanz, gekoppelt mit der Forderung nach weiterer Rechtssicherheit und Bürokratieabbau, hält das Thema in der politischen und öffentlichen Diskussion.


Bekannte Beispiele

  • Binnenland-Windparks: Anlagen in Bundesländern, die nicht direkt an der Küste liegen (z. B. Nordrhein-Westfalen oder Bayern), die durch moderne, hohe Turbinen signifikante Strommengen liefern.

  • "Fünf-bis-Zwei-Hektar-Regelung": Regionale Planungen, die einen bestimmten Mindestabstand von Windrädern zu Wohnbebauung festlegen, welche jedoch durch die Bundesgesetzgebung zur Flächenausweisung teilweise gelockert werden müssen.

  • Repowering-Projekte: Ein Beispiel, bei dem ein alter Windpark mit zehn kleinen Anlagen durch drei bis vier moderne, wesentlich leistungsstärkere WEA ersetzt wird.


Risiken und Herausforderungen

  • Genehmigungsdauer: Obwohl Gesetze zur Beschleunigung erlassen wurden, ist die Dauer von Planungs- und Genehmigungsverfahren in vielen Regionen weiterhin lang, was den Ausbau verlangsamt.

  • Akzeptanz und Naturschutz: Konflikte im Zusammenhang mit dem Artenschutz (z. B. Vogelschlag) und den Abstandsregelungen zur Wohnbebauung (Schattenwurf, Lärm) sind die Hauptursachen für Widerstände und Klagen.

  • Flächenkonkurrenz: Die Verfügbarkeit geeigneter Flächen ist durch die hohen Flächenziele des Staates und konkurrierende Nutzungen (Landwirtschaft, Forstwirtschaft) stark begrenzt.


Ähnliche Begriffe

  • Offshore-Windenergie (Windkraft auf See)

  • Repowering

  • Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG)

  • Flächenziel

  • Konzentrationszonenplanung


Zusammenfassung

Onshore-Windenergie ist die Windstromerzeugung an Land und bildet das Rückgrat der nationalen Energiewende. Sie zeichnet sich durch kostengünstige Errichtung und Netzanbindung aus. Der Ausbau wird durch politische Flächenziele vorangetrieben, ist aber gleichzeitig mit Herausforderungen in Genehmigungsverfahren sowie der lokalen Akzeptanz konfrontiert. Im Oktober 2025 steht die Umsetzung der EU-Richtlinien zur Beschleunigung der Genehmigungen im Zentrum der medialen Berichterstattung.

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