UKA: Mit Expertise zum erfolgreichen Windparkprojekt.

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Die Stromerzeugung durch Windkraft zählt zu den zentralen Säulen der erneuerbaren Energien und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesektors. Als emissionsfreie Technologie nutzt sie die kinetische Energie des Windes, um mechanische Arbeit in elektrische Energie umzuwandeln. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen unterliegt sie keinen Rohstoffengpässen, unterliegt jedoch natürlichen Schwankungen in der Verfügbarkeit.

Allgemeine Beschreibung

Die Stromerzeugung mittels Windkraft basiert auf dem Prinzip der aerodynamischen Energieumwandlung. Windkraftanlagen (WKA) – auch als Windenergieanlagen (WEA) bezeichnet – bestehen aus einem Rotor, der durch den Wind in Rotation versetzt wird. Die mechanische Energie des Rotors wird über eine Welle an einen Generator übertragen, der sie in elektrische Energie umwandelt. Moderne Anlagen nutzen dabei häufig getriebelose Systeme oder mehrstufige Getriebe, um die Drehzahl an die Anforderungen des Generators anzupassen.

Die Effizienz der Stromerzeugung hängt maßgeblich von der Windgeschwindigkeit, der Rotorfläche und der technischen Auslegung der Anlage ab. Gemäß dem Betzschen Gesetz liegt der theoretisch maximale Wirkungsgrad einer Windturbine bei 59,3 %, wobei reale Anlagen Werte zwischen 40 % und 50 % erreichen. Die erzeugte Leistung folgt dabei einer kubischen Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit, was bedeutet, dass bereits geringe Änderungen der Windstärke erhebliche Auswirkungen auf die Energieausbeute haben.

Windkraftanlagen werden sowohl an Land (Onshore) als auch auf See (Offshore) betrieben. Offshore-Anlagen profitieren von höheren und konstanteren Windgeschwindigkeiten, erfordern jedoch deutlich höhere Investitionen in Fundamentierung, Netzanbindung und Wartung. Onshore-Anlagen sind dagegen kostengünstiger in der Errichtung, unterliegen jedoch häufiger Akzeptanzproblemen in der Bevölkerung sowie planungsrechtlichen Restriktionen.

Technische Details

Die Stromerzeugung in Windkraftanlagen erfolgt in der Regel durch Synchrongeneratoren oder Asynchrongeneratoren, wobei letztere aufgrund ihrer Robustheit und einfachen Regelbarkeit häufiger eingesetzt werden. Moderne Anlagen nutzen zunehmend doppelt gespeiste Asynchrongeneratoren (DFIG), die eine variable Drehzahl ermöglichen und so die Energieausbeute optimieren. Die erzeugte elektrische Energie wird über Umrichter an die Netzfrequenz von 50 Hz (in Europa) angepasst und in das Stromnetz eingespeist.

Die Nennleistung einer Windkraftanlage wird in Megawatt (MW) angegeben und reicht von wenigen Kilowatt bei Kleinwindanlagen bis zu 15 MW bei den größten Offshore-Turbinen (Stand: 2025). Die Rotordurchmesser moderner Anlagen überschreiten mittlerweile 200 Meter, was zu einer signifikanten Steigerung der Energieausbeute führt. Die Turmhöhe variiert je nach Standort und reicht von 80 Metern bei Onshore-Anlagen bis zu über 150 Metern bei Offshore-Anlagen.

Ein zentraler Aspekt der Stromerzeugung durch Windkraft ist die Netzintegration. Da Windenergie fluktuierend anfällt, sind Maßnahmen zur Netzstabilisierung erforderlich, darunter:

  • Einsatz von Energiespeichern (z. B. Pumpspeicherkraftwerke, Batteriespeicher),
  • Lastmanagement durch intelligente Stromnetze (Smart Grids),
  • Kombination mit anderen erneuerbaren Energien (z. B. Photovoltaik) zur Glättung der Einspeisung.

Die technische Lebensdauer einer Windkraftanlage beträgt etwa 20 bis 25 Jahre, wobei regelmäßige Wartungsarbeiten und Repowering-Maßnahmen (Ersatz älterer Anlagen durch leistungsstärkere Modelle) die Effizienz über den gesamten Lebenszyklus erhalten.

Normen und Standards

Die Stromerzeugung durch Windkraft unterliegt zahlreichen nationalen und internationalen Normen. Die wichtigsten Regelwerke sind:

  • DIN EN 61400 (Windenergieanlagen – Auslegungsanforderungen),
  • IEC 61400 (internationale Norm für Windenergieanlagen),
  • VDE-AR-N 4105 (Technische Richtlinien für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz).
Diese Normen definieren Anforderungen an die Sicherheit, Netzverträglichkeit und Umweltverträglichkeit von Windkraftanlagen. Zudem regeln sie die Zertifizierung von Anlagen und Komponenten, um eine zuverlässige Stromerzeugung zu gewährleisten.

Historische Entwicklung

Die Nutzung der Windenergie zur Stromerzeugung reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Die erste windbetriebene Stromerzeugungsanlage wurde 1887 von James Blyth in Schottland errichtet. In den 1920er-Jahren entwickelten Ingenieure in Dänemark und den USA erste serienreife Windturbinen, die jedoch noch auf mechanische Anwendungen wie Wasserpumpen ausgelegt waren.

Der Durchbruch der modernen Windkraft erfolgte in den 1970er-Jahren als Reaktion auf die Ölkrise. In Deutschland wurde 1983 die erste größere Windkraftanlage mit einer Leistung von 30 kW in Betrieb genommen. Seit den 1990er-Jahren hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt, getrieben durch staatliche Förderprogramme wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Deutschland. Heute zählt die Windkraft zu den kostengünstigsten Formen der Stromerzeugung, mit Stromgestehungskosten von etwa 0,04 bis 0,08 Euro pro Kilowattstunde (Stand: 2025).

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Die Stromerzeugung durch Windkraft ist von anderen Formen der erneuerbaren Energieerzeugung abzugrenzen:

  • Photovoltaik: Nutzt die Strahlungsenergie der Sonne zur direkten Stromerzeugung mittels Solarzellen, während Windkraft die kinetische Energie des Windes umwandelt.
  • Wasserkraft: Basiert auf der potentiellen oder kinetischen Energie von Wasser, das durch Turbinen geleitet wird. Im Gegensatz zur Windkraft ist Wasserkraft in der Regel grundlastfähig, unterliegt jedoch geografischen und ökologischen Restriktionen.
  • Biomasse: Erzeugt Strom durch die Verbrennung oder Vergärung organischer Materialien. Im Gegensatz zur Windkraft ist Biomasse grundlastfähig, jedoch mit höheren CO₂-Emissionen verbunden.

Anwendungsbereiche

  • Onshore-Windparks: Werden an Land errichtet und stellen die häufigste Form der Windstromerzeugung dar. Sie sind kostengünstiger in der Errichtung und Wartung, unterliegen jedoch planungsrechtlichen und akustischen Auflagen.
  • Offshore-Windparks: Werden in küstennahen Meeresgebieten installiert und nutzen die höheren Windgeschwindigkeiten auf See. Sie erfordern spezielle Fundamentierungstechniken (z. B. Monopiles, Jackets) und sind mit höheren Investitionskosten verbunden.
  • Kleinwindanlagen: Dienen der dezentralen Stromerzeugung für Privathaushalte, landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbe. Sie haben eine Nennleistung von bis zu 100 kW und werden häufig in Kombination mit Speichersystemen betrieben.
  • Hybridanlagen: Kombinieren Windkraft mit anderen Energieerzeugungsformen (z. B. Photovoltaik, Dieselgeneratoren) oder Speichertechnologien, um eine kontinuierliche Stromversorgung zu gewährleisten. Solche Systeme kommen insbesondere in netzfernen Gebieten oder Inselnetzen zum Einsatz.

Bekannte Beispiele

  • Horns Rev 3 (Dänemark): Einer der größten Offshore-Windparks der Welt mit einer installierten Leistung von 407 MW. Der Park besteht aus 49 Turbinen und versorgt etwa 425.000 Haushalte mit Strom.
  • Gode Wind (Deutschland): Ein Offshore-Windpark in der Nordsee mit einer Leistung von 582 MW. Er besteht aus 97 Anlagen und ist ein zentraler Baustein der deutschen Energiewende.
  • Gansu-Windpark (China): Der größte Onshore-Windpark der Welt mit einer geplanten Leistung von 20 GW. Der Park ist Teil eines umfassenden Ausbaus der erneuerbaren Energien in China.
  • Altamont Pass (USA): Einer der ältesten und bekanntesten Onshore-Windparks in Kalifornien. Der Park wurde in den 1980er-Jahren errichtet und hat eine Leistung von etwa 576 MW.

Risiken und Herausforderungen

  • Fluktuierende Einspeisung: Die Stromerzeugung durch Windkraft ist wetterabhängig und unterliegt starken Schwankungen. Dies erfordert den Ausbau von Speicherkapazitäten und flexiblen Backup-Kraftwerken, um die Netzstabilität zu gewährleisten.
  • Akzeptanzprobleme: Onshore-Windparks führen häufig zu Konflikten mit Anwohnern aufgrund von Lärmemissionen, Schattenwurf und optischer Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Dies kann zu Verzögerungen oder Ablehnungen von Genehmigungsverfahren führen.
  • Umweltauswirkungen: Windkraftanlagen können Vögel und Fledermäuse gefährden, insbesondere in Zugkorridoren oder Brutgebieten. Zudem führen Offshore-Anlagen zu Eingriffen in marine Ökosysteme, etwa durch Fundamentierung oder Kabelverlegung.
  • Netzengpässe: Die Einspeisung großer Mengen Windstrom erfordert den Ausbau der Stromnetze, insbesondere in Regionen mit hoher Windkraftdichte. Verzögerungen beim Netzausbau können zu Abschaltungen von Anlagen führen (sog. Einspeisemanagement).
  • Wirtschaftliche Risiken: Die Stromerzeugung durch Windkraft ist kapitalintensiv und hängt von staatlichen Förderprogrammen ab. Änderungen der politischen Rahmenbedingungen (z. B. Kürzungen von Einspeisevergütungen) können die Rentabilität von Projekten gefährden.
  • Materialverfügbarkeit: Der Bau von Windkraftanlagen erfordert seltene Erden (z. B. Neodym für Permanentmagnete in Generatoren) und Stahl, deren Verfügbarkeit und Preis Schwankungen unterliegen. Dies kann die Produktionskosten beeinflussen.

Ähnliche Begriffe

  • Windenergie: Bezeichnet die in der Bewegung der Luftmassen enthaltene kinetische Energie. Der Begriff umfasst sowohl die Stromerzeugung als auch andere Anwendungen wie mechanische Arbeit (z. B. Windmühlen).
  • Erneuerbare Energien: Sammelbegriff für Energiequellen, die sich auf natürliche Weise regenerieren, darunter Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern sind sie nahezu unerschöpflich.
  • Dezentrale Energieerzeugung: Bezeichnet die Stromerzeugung in kleinen, verbrauchernahen Anlagen (z. B. Kleinwindanlagen, Photovoltaik-Dachanlagen). Im Gegensatz zur zentralen Stromerzeugung in Großkraftwerken reduziert sie Übertragungsverluste und erhöht die Versorgungssicherheit.

Zusammenfassung

Die Stromerzeugung durch Windkraft ist eine etablierte und kosteneffiziente Technologie zur Gewinnung erneuerbarer Energie. Sie nutzt die kinetische Energie des Windes, um elektrische Energie zu erzeugen, und trägt maßgeblich zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei. Trotz ihrer Vorteile – wie geringe Betriebskosten und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen – steht die Windkraft vor Herausforderungen wie Netzintegration, Akzeptanzproblemen und Umweltauswirkungen. Durch technologische Fortschritte, den Ausbau von Speicherkapazitäten und eine intelligente Netzsteuerung kann die Windkraft jedoch eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Energieversorgung einnehmen.

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