Zur Erstellung einer Schallprognose muss der Schallleistungspegel der WEA bekannt sein. Mit der Prognose kann eine Aussage getroffen werden, inwieweit ein Bewohner eines nächstgelegenen Hauses in seiner Ruhe durch das Laufgeräusch der WEA beeinträchtigt wird.

Zur Erstellung einer standortspezifischen Schallprognose wird eine Angabe des Schallleistungspegels der WEA durch den Hersteller benötigt. Der Schallleistungspegel ist die zentrale Ausgangsbasis für schalltechnische Berechnungen, mit denen die zu erwartende Lärmbelastung an benachbarten Häusern beurteilt werden kann. Kommt ein neuer Windenergieanlagentyp auf den Markt, wird in der Regel an diesem Typ eine Schallmessung, also die Bestimmung des Schallleistungspegels und der Tonhaltigkeit des Anlagengeräusches, durchgeführt. Für Hersteller von WEA besteht die Möglichkeit, auf der Basis von mindestens drei Messungen, die Schallemissionswerte eines Anlagentyps anzugeben, um die schalltechnische Planungssicherheit zu erhöhen. Der Schallleistungspegel eines Anlagentyps ergibt sich aus der energetischen Mittelung der Ergebnisse aus den jeweiligen Einzelmessungen. Die Erstellung einer Schallprognose und damit die Planung von einem gesamten Windpark oder weiteren Einzelanlagen dieses Typs basieren dann auf diesen Emissionsdaten. 

Es existieren eine Vielzahl nationaler und internationaler Richtlinien und Normen, die grundlegend gleiche, in Details aber durchaus verschiedene, Verfahren zur Bestimmung der WEA-Emissionsdaten anbieten. Die nach verschiedenen Richtlinien und Normen ermittelten Emissionsdaten wurden in der Genehmigungspraxis oft gleich gestellt, obwohl es hier zu erheblichen Unterschieden kommen kann. So liegt z.B. die Referenzwindgeschwindigkeit zur Aufnahme der Emissionsdaten je nach Richtlinie in Luxemburg bei 6 m/s, in Schweden bei 8 m/s und in den USA bei 10 m/s.

In Deutschland wird die DIN 61400 Windenergieanlagen-Teil 11: „Schallmessverfahren" in Verbindung mit der FGW-Richtlinie zur Vermessung von WEA gefordert. Im Dezember 2002 ist die internationale Norm IEC 61400-11 herausgekommen.


.



 
Thüga - Erneuerbare Energien GmbH
 
Nachhaltig neue Energie für kommunale Lebensräume