Als Rotorfläche oder auch Rotorkreisfläche wird die Kreisfläche bezeichnet, den die Rotorblätter beim Betrieb überstreichen. Dies ist die wesentliche Größe für die aerodynamische Umsetzung der Windenergie in mechanische Energie. Eine Verdopplung des Rotordurchmessers führt zu einer vierfachen Leistung, das heißt die Rotorleistung hängt direkt proportional von der überstrichenen Fläche ab. Die Blätter um 10m zu verlängern, bedeutet eine Erhöhung der überstrichenen Fäche um 55 Prozent.

Bei der Ertragsberechnung wird angenommen, dass die in Nabenhöhe berechneten Windverhältnisse für die gesamte Rotorkreisfläche hinreichend repräsentativ sind. In der Wirklichkeit verändert sich die mittlere Windgeschwindigkeit mit der Höhe über Grund, d.h. auch über die Rotorkreisfläche hinweg. Es wurde schon verschiedentlich nachgewiesen, dass in einfachen Fällen die Berechnung des Energieertrags auf der Basis der Windverhältnisse in Nabenhöhe hinreichend korrekt ist. Da bei der Vermessung und der Berechnung von Leistungskennlinien gleiches angenommen wird, ist der angesprochene Effekt unerheblich, wenn die Windstruktur am geplanten Ort der des Messortes zum Zeitpunkt der Messung bzw. den Annahmen bei der Berechnung entspricht. Wenn Vergleichsrechnungen für bestehende Windkraftanlagen durchgeführt werden, wird bei ähnlichen Nabenhöhen und Rotordurchmessern für die geplanten Anlagen dieses Problem ebenfalls umgangen bzw. kompensiert. Wenn jedoch große Rotoren auf relativ niedrigen Nabenhöhen in der Nähe von Wäldern oder hinter Kuppen installiert werden, können sich die unteren Teile der Rotorkreisfläche in stärker gestörten Strömungsschichten befinden. Die Windverhältnisse in Nabenhöhe sind dann nicht mehr repräsentativ für die gesamte Rotorkreisfläche und die tatsächlich zu erwartenden Energieerträge sind geringer als die berechneten. Die Verhältnisse unterscheiden sich erheblich von denen bei der Leistungskennlinienmessung bzw. –berechnung. Wie der Verlauf der Windgeschwindigkeiten über Grund in einem solchen Fall aussieht, kann nur schwer eingeschätzt werden. Entsprechend kann der Ertragsverlust durch den Einfluss der Störung nicht genau angegeben werden.



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